Leseliste am Sonntag: Der feministische Wochenrückblick #1

Leseliste am Sonntag: Der feministische Wochenrückblick #1

Es war eine anstrengende Woche. Trump hat die Präsidentschaftswahl in den USA tatsächlich gewonnen, ich habe zu wenig geschlafen, am Freitag starb Leonard Cohen und heute jähren sich die Terroranschläge im Pariser Bataclan.

Und als Cohen am Freitagmorgen in mein Ohr sang «I’m tired and I’m angry all the time» liess ich zum ersten Mal überhaupt den Tränen in Öffentlichkeit freien Lauf. Und ich habe beschlossen, mich einmal mehr aufs Gute und Machbare zu fokussieren und kämpferisch zu bleiben.

Ab sofort gibts hier darum jeden Sonntag eine kleine Wochenrückschau in Form einer Leseliste. Spannendes, Lustiges, Interessantes, was mir in der letzten Woche im Netz so aufgefallen ist. Und ich freue mich natürlich auch immer über eure Inputs.

«ON MALE BIRTH CONTROL: WHINY MEN AREN’T THE PROBLEM, INVALIDATING WOMEN IS»

Verhütung für Männer hormonell

In den letzten Wochen habe ich immer wieder davon gelesen, dass eine Versuchsreihe in den USA zu hormoneller Verhütung für Männer abgebrochen wurde – weil die Teilnehmer über Nebenwirkungen wie Migräne und Depressionen klagten. Also über genau die gleichen Symptome, wie sie Frauen seit der Erfindung der Pille erleben müssen. Das FEM-Magazine hat hier darüber geschrieben, warum nicht die jammernden Männer das Problem sind, sondern der Fakt, dass die Anliegen von Frauen im Bezug auf die Nebenwirkungen von hormoneller Verhütung weniger ernst genommen zu werden scheinen als diejenigen von Männern.

«WIE REAGIERE ICH AUF ANMACHEN?»

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Der #SchweizerAufschrei hat, zumindest temporär, medial hohe Wellen geschlagen und zumindest in meinem Umfeld für Diskussionen gesorgt. Auch mit Leuten, mit denen ich sonst nie über solche Themen spreche. Das hat mich gefreut. Ich hoffe, dass der Langzeiteffekt etwas spürbarer sein wird, dieses Mal. Damit sich wirklich nachhaltig etwas ändert, müssen wir alle mitarbeiten, klar. Dazu gehört auch die Reflexion des eigenen Verhaltens. Stevie Meriel Schmiedel, Geschäftsführerin von Pinkstinks, hat in ihrer Kolumne zusammengefasst, welche Möglichkeiten es dazu im Alltag gibt. Etwa, wie man auf Anmachen reagieren kann, ohne gleich als hysterische Kuh oder dummes Küken abgestempelt zu werden.

Ich habe mich übrigens mit Nicolas Zogg von männer.ch per Mail darüber unterhalten, was der #SchweizerAufschrei bei uns ausgelöst hat. Das Protokoll gibts hier. Und die Schweizer Journalistin Nadja Brenneisen und die Autorin Lovis Cassaris haben hier den #SchweizerAufschrei fürs Missy Magazin nochmals sorgfältig aufgearbeitet und eingeordnet.

«HOW TO BE A BETTER FEMINIST ALLY»

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Wie können wir alle bessere Allianzen sein, wenns um Feminismus geht? Ich merke auch bei mir selber immer wieder, dass ich lieber nicht für die Anliegen von Frauen sprechen möchte, die mit anderen Herausforderungen zu kämpfen haben, als ich. Weil ich nicht bevormunden will. Aber gleichzeitig möchte ich Unterstützung bieten, wo ich kann. Ich denke, es geht vielen ähnlich. Darum möchte ich euch diese Liste, wieder vom FEM-Magazine, ans Herz legen. Denn gerade das Thema Intersektionalität ist etwas, was ich in meinen Feminismus noch viel mehr integrieren will und muss. Weil Grenzen nur dann gesprengt werden können, wenn ich mich zuerst mit ihnen auseinandersetze.

«WARUM DAS INSTAGRAM-UNIVERSUM BESONDERS BEI FRAUEN BELIEBT IST»


Sich auf Instagram zu inszenieren scheint vor allem bei Frauen beliebt zu sein. Natürlich gibt es auch viele, viele Männer, die ihr Leben auf dem Portal präsentieren. Es scheint mir aber auch so, als sei es vor allem etwas weibliches, sich selbst in einem möglichst guten Licht präsentieren zu wollen – wenn auch nur oberflächlich. Brigitte Theissl hat für den Standard hier herausgearbeitet, welche Motivation bei Frauen dahinterstecken könnte. Und vor allem, welche Gegenbewegungen es auf Instagram gibt, die nicht dem Cupcake-Sunshine-Girl entsprechen.

 

Titelbild: Nathan Anderson



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