Leseliste am Sonntag: Wochenrückblick #4

Leseliste am Sonntag: Wochenrückblick #4

Nachdem ich es letzten Sonntag vor lauter Gemütlichkeit nicht mehr geschafft habe, für euch in die Tasten zu hauen, gibts heute wieder die Leseliste am Sonntag, Ausgabe vier, mit Artikeln und anderen Fundstücken aus dem Netz, die ich gerne mit euch teilen möchte.

«Ich möchte, dass du mich magst»

Julia Jane schreibt hier darüber, wie es sich anfühlt, als zu lieb und nett wahrgenommen zu werden. Und genau deshalb von manchen Menschen abgelehnt zu werden.

Das Recht zu schreiben

Ich bin momentan ganz versessen auf die Serie «Good Girls Revolt». Dort gehts um Journalistinnen, die sich Anfangs der 70er-Jahren in New York dagegen aufgelehnt haben, dass sie als Frauen nicht ihre eigenen Geschichten veröffentlichen dürfen. Ihre Präsenz auf Redaktionen bestand lediglich als Hilfe ihrer Kollegen bei der Recherche – und die ist praktisch immer das Herzstück einer guten Geschichte. Den Ruhm sahnten dann die Journalisten ab. Die Serie basiert auf dem 2012 erschienen Buch der Journalistin Lynn Povich und ich kann sie euch allen wärmstens empfehlen. Maxi Braun hat hier fürs Missy Magazin darüber geschrieben.

Warum Hollywood seinen Journalistinnen keinen Erfolg gönnt

Wenn wir schon beim Thema Journalistinnen und ihre Repräsentation in Filmen und Serien sind: Dieser Text von Aja Romano für Vox fasst sehr gut zusammen, warum Hollywood ein Problem mit erfolgreichen Journalistinnen zu haben scheint. Aufgehängt am Beispiel der neuen Rory Gilmore in «A Year in The Life», dem Gilmore-Girls-Sequel. Lesen!

Nippel haben kein Geschlecht

genderless nipples

Auf Instagram sind Bilder von Nippeln verboten und werden gelöscht – das gilt allerdings nur für Nippel auf weiblichen Brüsten. Wie absurd – und sexistisch – diese Auflage ist, zeigt der Account «Genderless Nipples». Hier werden Nahaufnahmen von Nippeln gezeigt, es ist also nicht möglich, festzustellen, ob der Nippel einer Frau oder einem Mann gehört. Ich bin gespannt, wie lange der Account online bleibt und bin begeistert von der Idee. 

Brown Girls

Ich bin ja in love mit Serien wie «Girls» oder «Broad City», auch wenn mir Lena Dunham ab und zu auf die Nerven geht oder mir der Humor von Ilana Glazer und Abbi Jacobson manchmal etwas zu flach ist. Was mir allerdings regelmässig auffällt: In all diesen Serien, in denen es um 20-Somethings geht, fehlen people of colour – oder sie sind massiv unterrepräsentiert. Diese Lücke füllt die Webserie «Brown Girls». Die Serie begleitet Leila, eine asiatisch-amerikanische queere Autorin und ihre beste Freundin Patricia, eine sex-positive, schwarze, amerikanische Musikerin, die es mit den Jobs und den Beziehungen irgendwie nicht auf die Reihe kriegt. Verschiedene Backgrounds, eine grosse Freundschaft in den Mittzwanzigern: Genau mein Geschmack. Ich bin gespannt!

Viel Rauch um fast nichts

Ist dieses ganze Genderwissen nicht zumindest anteilig ein Versuch, mich von meiner mir spießig, eng und provinziell erscheinenden Herkunft abzugrenzen? Es ist heute jedenfalls ein eindeutiges Zeichen dafür, dass man den Aufstieg in die urbane Mittelschicht geschafft hat, wenn man imstande ist, die Buchstaben LGBTQIA sicher in der richtigen Reihenfolge aufzusagen: lesbian, gay, bisexual, transsexual, queer, intersex, asexual.

Elisabeth Raether von der Zeit legt in ihrem Essay den Finger dort hin, wo es ein bisschen weh tut: Der Feminismus scheint seine Schlagkraft verloren zu haben. Woran das liegen könnte und was Beyoncé, definierte Armmuskeln und Emojis damit zu tun haben, beschreibt Raether mit schlagkräftigen Argumenten. Unbedingt lesen, reflektieren, durchatmen und dann – mit neuem Schub – weitermachen.

«Man stelle sich vor: Ein Bundesrat im Vaterschaftsurlaub!»

Die SP-Justizministerin Simonetta Sommaruga sieht die Schweiz gesellschaftspolitisch im Rückstand – vor allem bei der Gleichstellung. Im Interview mit dem Tages-Anzeiger spricht sie über Sexismus und Vaterschaftsurlaube für Bundesräte. 



2 thoughts on “Leseliste am Sonntag: Wochenrückblick #4”

    • Danke dir fürs Kompliment! Ich mag den Text von Elisabeth Raether deshalb so gerne, weil er unglaublich gut in Worte fasst, was mich schon länger beschäftigt. Aber ohne den moralischen Zeigefinger zu schwingen, sondern einfach sehr, sehr wahr.

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