Leseliste am Sonntag: Wochenrückblick #3

Leseliste am Sonntag: Wochenrückblick #3

Demonstration für Frauenleben

In Grossbritannien werden im Schnitt jede Woche zwei Frauen von ihren aktuellen oder früheren Partnern getötet. Ende November gingen Aktivistinnen dafür auf der Strasse, dass die britische Regierung diesem Fakt mehr Aufmerksamkeit schenkt:

Use your voice

Der türkische Premierminister Binali Yildirim hat eine Gesetzesänderung, das sexuelle Handlungen mit Minderjährigen in der Ehe legalisiert hätte, zurückgezogen, berichtet BBC.  Der Auslöser waren Demonstrationen auf den Strassen der Türkei. Bereits Anfang Oktober wurde in Polen eine Gesetzesänderung, die Abtreibungen illegalisiert hätte, protestiert. In ganz Europa fanden sich unter Hashtags wie #blackprotest Unterstützende, auch auf Social Media. Die Änderung wurde daraufhin fallengelassen. Also nochmal: Wir haben alle eine Stimme und wir sollten es zumindest drauf ankommen lassen, dass sie gehört wird.

Kann Feminismus kapitalistisch sein?

Feminismus ist nun auch in der Modewelt angekommen und die Designer/-innen haben erkannt, dass man damit ganz gut Ware verkaufen kann – gerade bei jungen Frauen. Maria Grazia Chiuri, übrigens die erste weibliche Chefdesignerin bei Dior, schickte ein Model in einem T-Shirts mit dem Schriftzug «We Should All Be Feminists» über den Laufsteg. Das Zitat ist dem gleichnamigen Buchbestseller der nigerianischen Autorin Chimamanda Ngozi Adichie entliehen. Und das schwedische H&M-Tochterlabel Monki lancierte eine ganze Kampagne über Selbstakzeptanz und Enttabuisierung der Menstruation, fotografiert von der schwedischen Hipster-Fotografin Arvida Byström. Das alles ist super, frisch und mit einem jugendlichen Touch. Aber was steckt dahinter? Können sich Brands wie Dior und Monki überhaupt feministisch positionieren, wenn unter ihrer Leitung Frauen in Nähfabriken ausgebeutet werden? Ist das nicht ein bisschen gegensätzlich? Oder kann man darüber hinwegsehen, wenn dafür junge Mädchen mit Feminismus in Berührung kommen, ihn gar cool finden? Der Standard schreibt hier darüber, und schneidet kurz das Buch «We Were Feminists Once» von Journalistin Andi Zehr an. Ich habe mir das Buch bestellt und werde es euch gerne vorstellen, sobald ich es gelesen habe.

5 Kick-Ass-Zitate von Hillary Clinton, die den Montagmorgen erträglicher machen, because why the hell not

Ein Viertel von befragten Europäern findet Sex ohne Einverständnis okay

Die EU hat zum Tag gegen Gewalt an Frauen eine Umfrage zu geschlechtsspezifischer Gewalt veröffentlicht. Zwölf Prozent finden Sex ohne Einwilligung in Ordnung, wenn Drogen im Spiel sind. An der Umfrage haben knapp 28’000 Menschen aus Europa teilgenommen. Davon lautete eine Frage: «Es gibt Personen, die finden, dass Geschlechtsverkehr ohne Einwilligung unter bestimmten Umständen gerechtfertigt ist. Glauben Sie, dass dies auf folgende Situationen zutrifft?» Die Resultate zeigen: 27 Prozent der befragten Europäer/-innen finden Sex ohne Einwilligung des Partners in mindestens einer der geschilderten Situationen okay. Der Tagesanzeiger hat hier darüber geschrieben.

Der Feminismus nervt wirklich! Da kann man als Mann ja nicht mal mehr den Frauen nachpfeifen! Also wirklich!

Renato Kaiser hat für watson endlich mal auf den Punkt gebracht, warum der Feminismus so nervt. Mann! Und er erzählt auch noch gleich, wo das Problemchen vielleicht liegen könnte. Unbedingt anschauen!

Der Bundesrat hält an der Frauenquote fest

Im neuen Aktienrecht soll eine Frauenquote von 30 bzw. 20 Prozent verankert werden. Dies fordert der Bundesrat. Simonetta Sommaruga hat damit geschafft, was viele für unmöglich hielten. Meine fantastische Kollegin Kerstin Hasse hat für annabelle.ch hier einen Überblick geschaffen.



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